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Kambodscha 2013


Auszug einer Fotoreportage...

In zwei Tagen geht es los…meine Fotoreportage in Kambodscha. Die Zeiten sind unruhig, Bangkok versinkt im Chaos des Protests, die Grenzen zu Kambodscha sind im Norden nicht sicher für Touristen, aber dennoch ist die Vorfreude ungebrochen. Am 10.12. startet der Flieger und ich halte Euch hier auf dem Laufenden. CU

TAG 1

Ankunft in Bangkok Der Flug nach Bangkok ueber Abu Dhabi war mit allem gespickt, was das Travellerherz begehrt: weinende Kinder im Hochfrequenzbereich, lange Schlangen vor der Passkontrolle und mittendrin ein sich erbrechendes Kind! Es kann also nur gut werden! Nachdem wir also alles ueberstanden hatten, galt es nur noch das bereits gebuchte Hotel mitten in Bangkok zu finden – kein Problem, oder? Denkt man sich so und latscht unversehens 5mal an der Soi 1 vorbei…wer kann schon ahnen, dass auf der rechten Seite der Hauptstraße nur gerade Straßen abgehen und links die ungeraden? Zu guter Letzt hat auch das geklappt und der erste Drink bei sommerlichen 28 Grad am Abend konnte auf der Dachterrasse eingenommen werden. HERRLICH!!!

TAG 2

Aufbruch nach Siem Reap Nach einer kurzen Nacht und einem schnellen Fruehstueck ging es auch schon wieder los: Auf zum Busbahnhof Mo Chit, von dem eigentlich nur Einheimische reisen. Wir wollten aber bewusst nicht in einem Touri-Bus reisen,und haben daher diese Variante gewaehlt. Was fuer ein Erlebnis. Schon allein der Bahnhof ist nicht fuer Auslaender ausgelegt und man war doch recht froh ueber einige wenige Schilder in Englisch. So war dann auch schnell der geeignete Bus gefunden und gebucht. Neben Moenchen und einheimischen Arbeitern ging es dann los Richtung Poipet/Kambodschanische Grenze. Auch hier konnte man sich wieder nur wundern: Unserer Gangnachbarin bekam die Schaukelei im Bus nicht, woraufhin sie sich kurzerhand auf den Schoss ihrer Sitznachbarin und das Bein ihres Hintermannes erbrach. Aber es gab kein wie eigentlich zu erwartendes Geschrei, sondern es wurde still und ohne Klagen alles in eine Plastiktuete befoerdert und die Sache war erledigt. Kaum war die Verwunderung darueber bewaeltigt, ging es weiter im Programm: Der Bus wurde von thailaendischer Polizei gestoppt und alle Asiatisch aussehenden Insassen kontrolliert. Daraufhin wurden 7 Personen aus dem Bus begleitet und auf einen Polizeijeap verfrachtet und weggefahren. Was war passiert? Wie man uns erklaerte, seien dies illegale kambodschanische Arbeiter, die nun arrestiert wurden. Es waren Famielien mit Kindern dabei…aermlich gekleidete Menschen, die sich einwandlos ihrem Schicksal ergaben. Das Ganze wiederholte sich 30 km spaeter nochmals…wieder wurden 4 Menschen hinaus eskortiert… und das Alles nur, um von irgendetwas leben zu koennen! Nach 5 Stunden an der Grenze angelangt ging der Umgehungskampf der Schlepper los…man wollte uns “hochoffizielle” Visa zum unschlagbar ueberteuerten Preis direkt am Bus verkaufen, und wer weiss was noch. Tapfer ignorierten wir Alle, bis auf den einzig anstaendig erscheinenden Khmer, der uns anschliessend nach Siem Reap fahren wollte. Dank seiner Hilfe, konnten wir die Grenze gut bewaeltigen und mussten nicht unnoetig Lehrgeld zahlen. Wie sich herausstellte, war er doch nicht ganz so anstaendig wie zuvor angenommen…er war ein Taxischlepper, der uns an seinen “Bruder” vermittelte, der uns nach Siem Reap fahren sollte. Dieser Khmer konnte ganze 5 Worte Englisch und fuhr dann auch geschwind los. Bald wurde uns klar, wieso Eile geboten war: Es wurde dunkel und es gab kein Licht an der Strasse. Mit jedem gefahrenen Kilometer wurde die Strasse loechriger und die wilden Ueberholmanoever aller Verkehrteilnehmer mit einem wild flackernden Lichthupenspiel machten die Fahrt sehr abenteurlich. Was erst noch so aussah, als haetten alle Teilnehmer einen guten Ueberblick ueber die Situation schlug schlagartig in blankes Entsetzen um: Am Strassenrand war ein schwerer Unfall zu sehen mit toten Kindern am Strassenrand und viel Blut wohin das Auge reichte. Daraufhin war es sehr still im Taxi und wir beteten um ein sicheres Ankommen. Nach 3 Stunden Taxifahrt war es dann acuh soweit und wir konnten in unserem Hotel einchecken und die Strapazen der Fahrt sacken lassen. Wir haben es geschafft…wir sind in Kambodscha! Und ein schneller Kontakt an der Strasse mit einem einheimschen Tuk Tuk Fahrer hat uns auch schon unser erstes Date fuer den naechsten Morgen 8 Uhr beschert; eine Fahrt zu den Tempeln von Angkor. Jetzt noch schnell einen Snack auf dem Nachtmarkt nehmen und ein gutes einheimisches Angkor Bier trinken, dann soll es das genug an Abenteuer fuer einen Tag gewesen sein!

TAG 3

Die Tempel von Angkor Nach einer kurzen Nacht und einem rudimentaren Fruestueck fuhren wir endlich los zu dem heiss ersehnten Reiseziel…den Tempeln von Angkor. Durch dichtes Strassengewusel mit einer kaum ueberschaubaren Verkehrsfuehrung erreichten wir nach 15 Minuten die Ticketbueros. Wie erstaunt war ich zu sehen, dass dutzende Reisebusse vor den Bueros standen und lauter Japaner, Vietnamesen und Koreaner sich vor den Schaltern tummelten! Alle schwer bewaffnet mit Fotoequipment und Sonnenschirm…warum sollte es hier auch anders sein, als im Rest der Welt?! 40 Dollar spaeter hatte ich einen 3-Tagepass in der Tasche und die Fahrt mit Kek dem Tuk Tuk Fahrer ging weiter. Die Tempel von Angkor wurden 1992 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen und liegen verstreut ueber eine Flaeche von mehr als 400 km². Die Tempel sollen so unterschiedlich sein, wie es ihre Herrscher und Erbauer es waren, man konnte sich also auf einen abwechslungsreichen Tag freuen. Wir begannen die Besichtigung mit dem wohl beruehmtesten Tempel, dem Tempel von Angkor Wat. Was fuer eine Pracht! Mit seinen fuenf ueberwaeltigenden Maiskolben-Tuermen und langen Galerien ist diese Tempelanlage einfach nur beeindruckend. Was dort mitten im Dschungel verborgen liegt vor den Augen der Welt ist jede noch so beschwerliche Reise tausendmal wert. Ueber einen eindrucksvollen Dammweg gelangt man durch die vierte Einfassung der Anlage in den inneren Teil. Auch hier gibt es wieder einen langen Dammweg, der zur Ehrenterrasse und der dritten Einfassung des Tempels fuehrt. So schlenderten wir ueberwaeltigt von all der majestaetischen Erhabenheit durch die Einfassungen, Galerien bis hin zum zentralen Heiligtum der Tempelanlage und erklommen die steilen Stufen um mit einem herrlichen Ausblick ueber Angkor und den Dschungel belohnt zu werden. Wir waren beileibe nicht allein, die Flut von asiatischen Besuchern war unaufhaltsam mit von der Partie, wild schnatternd und lachend. Alte und Schwache ebenso wie Kinder und ihre Eltern, alle durchfluteten sie diese prachtvolle Staette der Khmer-Koenige. Nachdem wir alles gesehen hatten, gingen wir zurueck zu unserem Tuk Tuk Fahrer, der im Schatten der Baueme auf uns wartete. Worauf wir nicht vorbereitet waren, war die Flut unglaublich niedlicher Khmer-Kinder, die einem fuer “Only one dollar” Postkarten, Armbaender oder Anstecker verkaufen wollten. Wie hart ist es, diesen grossen Kulleraugen zu widerstehen. Doch die inder haben nichts davon, wenn man ihnen etwas abkauft. Es handelt sich hier zum grossen Teil um Strassenkinder, die von einer Mafia ausgeschickt werden. Und man hat das Gefuehl, diese Mafia sucht sich nur die schoensten und niedlichsten raus. Aber womit man diesen Kindern eine grosse Freude bereiten kann, sind Lollis und Stifte. Auch ein kleiner Obolus fuer ein Foto wurde mit grosser Freude angenommen. Gerade jetzt, wo ich hier in einem Cafe sitze und schreibe, kamen wieder einige dreckig gekleidete Starssenkinder zu mir und wollten Geld. Ich konnte Ihnen eine grosse Freude bereiten, indem ich Ihnen meine Erdnuesse und Lollis schenkte. Danach kamen sie alle nacheinander zu mir und baten um ein Glas Wasser. Also hat jedes Kind aus meinem Glas getrunken und ueber das ganze Gesicht gestrahlt. Jeden Tag erkenne ich, wie gesegnet wir sind, wieviele Moeglichkeiten wir haben. Hier ist das Leben ein Kampf ums Ueberleben, und was bei uns als arm gilt ist hier ein wuenschenswertes Leben. Und doch begegnet einem ueberall nur Laecheln und die Kinder spielen und erfreuen sich an Kleinigkeiten. Die Khmer haben eine schwere Geschichte, die roten Khmer haben rund 3 Millionen Menschen ermordet, was rund ein Drittel der Bevoelkerung ist und doch geht das Leben weiter und man nimmt das Schicksal an. Einfach bewundernswert und liebenswert!

ZU GUTER LETZT...

... habe ich feststellen müssen, dass man nicht alles auf einmal kann: gute Fotos machen, schreiben und dann auch noch den Moment leben! So habe ich mich entschlossen meine Geschichte in Bilder weiterzuschreiben. Die Ergebnisse findet Ihr auf meiner Homepage unter "Reportage". Viel Spaß dabei!

#kambodscha #fotografie #photo #medienfotografie

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